Der private Verbrauch in Bulgarien wuchs im vierten Quartal des Jahres 2006 mit +5,9% nicht mehr ganz so stark wie im zweiten (+8,2%) und dritten Quartal (+8,5%). Dass dies aber nicht als Beginn eines neuen Trends gewertet werden darf, haben die ersten Monate des Jahres 2007 aufgezeigt. Der Verbraucheroptimismus zeigte bis in den Juni hinein wieder eine steigende Tendenz. Dies schlug sich entsprechend in handfesten Zahlen nieder: die Ausgaben privater Haushalte stiegen im Februar und März 2007 um rund 15% an, der Einzelhandel verbuchte im ersten Quartal ein Umsatzplus von rund 12%. Die meisten Beobachter gingen im Monat Mai davon aus, dass das Wachstum der privaten Verbrauche im Jahre 2007 noch einmal leicht zulegenwird und auch 2008 nicht unter die Marke von 7% fällt.
 

Begünstigt hat diese Aufschwungtendenz nicht zuletzt der Wegfall der Kreditrestriktionen der Bulgarischen Nationalbank (BNB) mit Wirkung zum 1.1.2007. In Folge dessen beschleunigte sich die Kreditexpansion auf Werte, die vom IWF als Bedrohung für das langfristige Gleichgewicht der Wirtschaft angesehen werden: im ersten Quartal 2007 hat sich das Wachstum der Konsumentenkredite mit +36,3% gegenüber dem vierten Quartal 2006 (19,4%) schon fast verdoppelt. Obwohl die BNB einschreiten kann, falls die Kreditexpansion ein Wachstum von mehr als 20% überschreitet, wurde dies im Frühjahr 2007 nicht erwartet.