Alles deutet zur Jahresmitte darauf hin, dass sich das starke Investitionswachstum Bulgariens der letzten Jahre auch 2007 und 2008 fortsetzen wird. Viele Unternehmen haben angekündigt, sowohl Modernisierungs-, als auch Erweiterungsinvestitionen vorzunehme - das Wachstum der Inanspruchnahme von Bankkrediten, das bereits 2006 hoch recht war, hat sich mit Beginn des Jahres 2007 weiter beschleunigt. Im ersten Quartal 2007 stiegen die Kredite der Banken an die Wirtschaft dabei mit +38% noch stärker als die Konsumentenkredite mit +36%. Für weitere Dynamik werden in Zukunft auch die Mittel aus den EU-Strukturfonds sorgen. Sie dürften allerdings in grösseren Summen erst ab 2008 abgerufen werden können, da Bulgarien mit seiner Projektvorbereitungsphase erheblich in Verzug geraten ist.

Die Energie und Wasserwirtschaft werden 2007 landesweit wieder einen Schwerpunkt der industriellen Investitionen bilden. Nach der letzten Umfrage wollen die Unternehmen und Organisationen dieser Branchen ihre Investitionen 2007 um knapp 23% heraufsetzen. Der in Bulgarien stark ausgeprägte Sektor der Produktion von Vorerzeugnissen und Halbwaren plant eine Investitionssteigerung um 10% bis 11%. Von den geplanten Investitionen in der Industrie fallen circa 39,3% auf die Sektoren Energie und Wasserwirtschaft, 37,5% auf die Produktion von Halbwaren und Vorerzeugnissen. Mit weitem Abstand folgt die Nahrungsmittelindustrie mit 11,1% vor Maschinen- und Anlagenbau mit 4,2%.

Die Direktinvestitionen aus dem Ausland werden nach den Steigerungen in den Jahren 2005 (+13,4% auf 3.103 Mio. Euro) und vor allem 2006 (+32,3% auf 4.104 Mio. Euro) voraussichtlich nicht mehr so stark wachsen wie in den vorangegangenen zwei Jahren. Im ersten Quartal 22007 blieben sie mit rund 770,8 Mio. Euro in etwa auf dem Stand des gleichen Quartals im Vorjahreszeitraum.