Sowohl im Trend als auch in der Struktur haben sich für das Jahr 2006 die erhofften Änderungen im Warenaustausch für Bulgarien verwirklicht. Zwar hat sich das Ausfuhrwachstum gegenüber dem Jahr 2005 (+18,4%) mit +26,4% noch einmal wesentlich beschleunigt, doch bei genauerer Betrachtung kommen Zweifel auf, ob dies wirklich einer signifikanten Steigerung der Konkurrenzfähigkeit bulgarischer Waren zu verdanken war. Fakt ist, dass Bulgarien in 2006 in erster Linie von der Verteuerung einiger Roh- und Halbwaren auf dem Weltmarkt profitieren konnte, die im eigenen Export eine Schlüsselrolle einnehmen. Rohstoffe, Vorerzeugnisse und Erdölprodukte zusammen waren in 2006 für fast 80% des Exportwachstums verantwortlich. Bei allen anderen grösseren Gütergruppen fiel die Steigerung der Ausfuhren nur unter Durchschnitt aus. Erzeugnisse mit hoher Wertschöpfung sind im bulgarischen Export weiterhin in der Minderheit anzufinden.

Hauptlieferländer 2006, in Mio. Euro, Veränderung im Verleich zum Vorjahr in %:

Außenhandel Bulgarien

Der Import Bulgariens wurch mit +25,3% am Ende wieder fast so schnell wie der Export. In realen Grössen war das Wachstum der Wareneinfuhr mit +14,1% sogar grösser als das entsprechende Plus im Export (+13,0%). Das deutsche Exportwachstum nach Bulgarien blieb zwar weiterhin zweistellig, war aber nicht mehr so hoch gewesen wie in den vergangenen Jahren zuvor. Besonders gut lief es für die deutschen Unternehmen in 2006 im Bereich Elektrotechnik / Elektronik. Hier stiegen die Bezüge Sofias dabei um nicht weniger als 43% an, während bei Maschinen und Ausrüstungen ein eher bescheidenes Plus von 4% notiert werden konnte.

Die weiterhin robuste Endnachfrage dürfte in 2007 für ein gleichbleibend hohes Wachstum der Wareneinfuhr sorgen. Dem gegenüber erscheint es als eher unwahrscheinlich, dass der Export die Zuwachsraten von 2006 halten kann - ein erster Hinweis darauf war die schwache Exportentwicklung in den ersten zwei Monaten 2007 (+4%) bei weiter kräftigen Importzuwüchsen. Entsprechend durfte sich die Schere zwischen Im- und Exportentwicklung also wieder öffnen. Dies bedeutet ein weiteres Ansteigen der Defizite in der Außenwirtschaft. Der Handel mit der EU hat sich nach dem Beitritt wesentlich beschleunigt - bereits im 1. Quartal 2007 wuchsen die Umsätze mit der Gemeinschaft sowohl auf der Ausfuhr- wie auf der Einfuhrseite fast doppelt so schnell wie mit der übrigen Weltwirtschaft.